iPhone Duo und iPhone 18 Pro: Apple setzt bei wichtigen Bauteilen auf US-Fertigung
Apple erweitert sein American Manufacturing Program und hat neue beziehungsweise ausgebaute Partnerschaften mit amerikanischen Zulieferern angekündigt. Im Mittelpunkt stehen das faltbare iPhone Duo und das iPhone 18 Pro. Für beide Modelle lässt der Konzern wichtige Materialien und Komponenten in den USA produzieren. Dazu gehören Titan für das Gehäuse des iPhone Duo und spezielle Materialien für die neue Kameratechnik des iPhone 18 Pro.
- Apple erweitert die US-Lieferkette für iPhone Duo und iPhone 18 Pro
- Bis zu 100 Millionen Dollar für Titan vom Hersteller Perryman
- Qnity Electronics liefert Materialien für die variable Kamerablende
- Fast 100 Komponenten der beiden iPhones stammen von US-Unternehmen
- Eine vollständige iPhone-Endmontage in den USA wurde nicht angekündigt
Bis zu 100 Millionen Dollar für Titan aus Pennsylvania
Für das iPhone Duo arbeitet Apple künftig mit der Perryman Company zusammen. Das Unternehmen mit Sitz in Pennsylvania ist auf die Verarbeitung von Titan spezialisiert und soll unter anderem das Material für das Gehäuse des ersten faltbaren iPhone liefern.
Apple plant, innerhalb der kommenden drei Jahre bis zu 100 Millionen US-Dollar in die Zusammenarbeit mit Perryman zu investieren. Am Standort Houston im US-Bundesstaat Pennsylvania wird das Titan geschmolzen, geschmiedet und gewalzt. Der Recyclinganteil des Materials soll mindestens 80 Prozent betragen.
Beim iPhone Duo kommt Titan der Güteklasse 5 zum Einsatz. Die Legierung verbindet eine hohe Festigkeit mit vergleichsweise geringem Gewicht und eignet sich damit für Bauteile, die mechanisch besonders beansprucht werden.
Auch die Kamera des iPhone 18 Pro profitiert von US-Fertigung
Eine weitere Partnerschaft betrifft Qnity Electronics. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Delaware gehört seit März zum American Manufacturing Program. Apple baut die Zusammenarbeit nun aus, um wichtige Komponenten für die Kamera des iPhone 18 Pro in den USA fertigen zu lassen.
Qnity soll spezielle dünne Materialschichten produzieren, die für die neue variable Blende der 48-Megapixel-Fusion-Hauptkamera benötigt werden. Über diese Technik kann die Kamera den Lichteinfall abhängig von der Aufnahmesituation verändern.
Eine variable Blende ermöglicht es, die Öffnung im Kameraobjektiv zu verändern und damit den Lichteinfall zu steuern. Eine größere Öffnung lässt mehr Licht auf den Sensor und kann Aufnahmen bei Dunkelheit verbessern. Eine kleinere Öffnung kann bei hellem Licht und für eine größere Schärfentiefe sinnvoll sein. Anders als bei einer festen Blende lässt sich die Kamera dadurch flexibler an unterschiedliche Aufnahmesituationen anpassen.
Nach Angaben von Apple wird die variable Blende durch eine direkt auf dem Gerät arbeitende intelligente Steuerung unterstützt. Bei schlechten Lichtverhältnissen kann die Kamera mehr Licht einlassen. In hellen Umgebungen lässt sich die Blendenöffnung entsprechend anpassen, um die Bildgestaltung und Detaildarstellung zu verbessern.
Damit gehört das iPhone 18 Pro zu den Apple-Smartphones, bei denen die Blendensteuerung nicht mehr ausschließlich über Software und Bildverarbeitung nachgebildet wird, sondern auch mechanisch beziehungsweise optisch umgesetzt werden kann.
Fast 100 Komponenten aus amerikanischer Produktion
Die beiden neuen Partnerschaften sind Teil einer umfassenderen Initiative. Laut Apple stammen mittlerweile fast 100 Komponenten des iPhone Duo und iPhone 18 Pro von amerikanischen Unternehmen. Die beteiligten Zulieferer sind in mehr als einem Dutzend US-Bundesstaaten vertreten.
Auch bestehende Partner bauen ihre Produktionskapazitäten aus
Broadcom modernisiert und erweitert seinen Standort in Fort Collins im Bundesstaat Colorado. Grundlage ist eine im Juli angekündigte Investition von 1,5 Milliarden US-Dollar. Im Rahmen einer mehrjährigen Vereinbarung sollen dort mehr als 15 Milliarden Chips für Funkkomponenten entstehen.
Corning produziert bereits seit dem ersten iPhone Spezialglas für Apple. Am Standort Harrodsburg in Kentucky wird unter anderem Ceramic Shield hergestellt. Bis Ende 2026 soll dort das gesamte Deckglas für weltweit verkaufte iPhones und Apple Watches gefertigt werden.
Coherent liefert aus Sherman in Texas neue VCSEL-Lasertechnik. Diese wird unter anderem für Face ID eingesetzt und spielt auch bei Funktionen rund um die überarbeitete Dynamic Island des iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max eine Rolle.
TSMC erweitert unterdessen die Chipproduktion in Arizona. Allein 2026 sollen dort mehr als 100 Millionen Chips für verschiedene Apple-Produkte entstehen. Parallel schreitet der Ausbau eines weiteren Fabrikgeländes voran.
Auch Amkor Technology investiert in Arizona. In Peoria entsteht eine Anlage für die Chipverpackung und -prüfung, deren erste beiden Ausbauphasen mehr als 3.500 lokale Arbeitsplätze unterstützen sollen. Apple wird zu den ersten Kunden gehören.
Apple will 600 Milliarden Dollar in den USA investieren
Die Erweiterung der Lieferkette ist Teil von Apples längerfristiger US-Strategie. Das Unternehmen hatte bereits angekündigt, über einen Zeitraum von vier Jahren insgesamt 600 Milliarden US-Dollar für Fertigung und Innovation in den Vereinigten Staaten aufzuwenden.
Nach eigenen Angaben arbeitet Apple mit Zulieferern in allen 50 US-Bundesstaaten zusammen und unterstützt damit mehr als 450.000 amerikanische Arbeitsplätze.
Zusätzlich hat Apple im August ein Advanced Manufacturing Center in Houston, Texas, eröffnet. In dem rund 1.860 Quadratmeter großen Schulungszentrum vermitteln Apple-Ingenieure kleinen und mittelständischen Unternehmen Fertigungstechniken, die auch bei der Herstellung von Apple-Produkten eingesetzt werden.
In derselben Anlage werden bereits fortschrittliche KI-Server für Apple gefertigt. Noch 2026 soll dort außerdem die Produktion des Mac mini beginnen.
Mehr US-Komponenten bedeuten nicht automatisch ein iPhone aus den USA
Trotz der zusätzlichen Investitionen ist die Ankündigung nicht mit einer vollständigen Verlagerung der iPhone-Produktion in die Vereinigten Staaten gleichzusetzen. Apple spricht ausdrücklich von der Herstellung wichtiger Materialien, Chips und anderer Komponenten.
Die Endmontage der Geräte ist davon zu unterscheiden. Die aktuelle Mitteilung enthält keine Ankündigung, das iPhone Duo oder das iPhone 18 Pro vollständig in den USA montieren zu lassen.
Für Apple bedeutet der Ausbau vor allem eine stärkere Einbindung amerikanischer Unternehmen in die internationale Lieferkette. Gleichzeitig investiert der Konzern damit in Produktionskapazitäten für strategisch wichtige Materialien und Halbleiter.








